Sex Work & Neoliberalism

zagreb-webI recently organized a session as part of the Prospol COST prostitution research network that explored how sex work and neoliberalization are entangled. Three fantastic speakers presented on the 20th of September 2016 at the Faculty of Political Science of Zagreb University on the following themes:

Prof. Dr. Susan Dewey showed how members of the US criminal justice system and social services interpret the decision-making of women in street sex work as the product of traumatic interpersonal encounters rather than exclusionary socioeconomic realities (see full video).

Prof. Dr. May-Len Skilbrei explored how neoliberalization is invoked by abolitionist scientists to criticize colleagues who analyze prostitution as labor and shortcommings in some analyses that use the concept of agency, problematizing discourses of full un/freedom and full (lack of) choice (see video – sorry, small parts are missing due to a smartphone overheating).

Dr. Lilian Mathieu showed how abolitionist movements increasingly frame their anti-prostitution struggles as anti-globalization/anti-neoliberal despite their own neoliberal arguments (see full video and text).

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Eine von vielen Kritiken am ProstSchutzG

Folgender Artikel erschien am 6.7.2016 beim epd. Der Beitrag sei hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion dokumentiert – auch wenn nicht nur Sexarbeiter*innen eine bessere soziale Absicherung verdienen und es auch die Erkenntnisse der Migrationsforschung sind, die Zweifel am Gesetz aufkommen lassen.

Expertinnen kritisieren Beratungspflicht im neuen Prostitutionsgesetz

Berlin, Weimar (epd). Nach langem Ringen steht die Entscheidung zum neuen Prostituiertenschutzgesetz an. Am Donnerstag soll der Bundestag das Gesetz verabschieden, über das zwei Jahre lang diskutiert wurde.

Wissenschaftlerinnen und Träger der freien Wohlfahrtspflege sehen jedoch weiterhin Korrekturbedarf. Continue reading

Neuregelung der Menschenhandelsgesetzgebung geplant

Kürzlich verständigte sich das Bundeskabinett auf eine Neuregelung der Menschenhandelsgesetze zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2011/36/EU (siehe Pressemittelung des BMJV vom 6.4.2016 und erste Gesetzesformulierungen).

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Sondergesetze für Prostitution bestehen fort und werden verschärft

Der Gesetzesentwurf hält an der diskriminierenden Struktur fest, Sexarbeit und andere Arbeit in getrennten Paragraphen zu regeln. Continue reading

Sex/Arbeit/Migration – eine queerfeministisch-marxistische Perspektive

Von Jenny Künkel [1]

Migration ist inhärent schädlich – denn das System Migration wird durch Rassismus, Sexismus und Kapitalismus hervorgebracht, und es zerstört die Migrant*innen seelisch. Letzteres belegen zahlreiche Studien: 68% aller Migrant*innen leiden unter posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD; hier Studie zu traumatisierten Kriegsflüchtlingen als Quelle einfügen). Die Liberalisierung der Migrationsgesetzgebung in jüngeren Jahren führte zu einem Anwachsen von Menschenhandel, mehr ertrinkenden Flüchtlingen im Mittelmeer und Armutsmigration (das ist evident). Daher müssen wir die Gewalt der Migration strafrechtlich abschaffen – jedoch ohne die Migrant*innen selbst zu kriminalisieren: Es gilt, das Problem an der Wurzel zu packen, d.h. bei den Nachfrager*innen nach billigen migrantischen Dienstleistungen in Deutschland anzusetzen und ein Verbot selbiger einzuführen. Es ist ein Skandal, dass linke Kreise, die Gewalt in der Migration seit Jahrzehnten leugnen. Stattdessen vertrauen sie den natürlich von Menschenhändler*innen gesteuerten Migrant*innenorganisationen und ihren Forderungen nach einer Deregulierung „repressiver Migrationsregime“. Sie machen sich somit zu Helfer*innen des tödlichen Migrationssystems.

Ein allzu kleiner Skandal und seine Ursachen

Würde eine linke Zeitschrift einen derart kruden Artikel über Migration veröffentlichen, beispielsweise einen, der 90% rassistischen Anti-Islamismus (z.B. Schwarzer 2016) mit einer Prise verkürzter Anti-Kapitalismus-Rhetorik mischt, wäre die Empörung groß. Continue reading